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Gedenkstätte Yad Vashem: Gegen das Vergessen
Foto © Bernd Lammel - Telef.: +49 (172) 311 4885 - DEU / Berlin / 2014 /
Ausland

Gedenkstätte Yad Vashem: Gegen das Vergessen 

Als die sowjetische Armee im Januar 1945 das Konzentrationslager Auschwitz befreite, fanden die Soldaten nur noch wenige Hundert Häftlinge in den Baracken, denn die SS trieb Zehntausende Gefangene in Todesmärschen Richtung Westen.

Die wenigsten überlebten diese Strapazen. Im Konzentrationslager Auschwitz lagerten Abertausende Schuhe, Brillen und Zahnprothesen. Die Alliierten zählten 348 820 Herrenanzüge und 836 255 Kleider und Damenmäntel.In Auschwitz wurden 1,1 Millionen Menschen ermordet, davon etwa eine Million Juden.

Foto © Bernd Lammel

Die Alliierten befreiten  Dora-Mittelbau, Flossenbürg, Dachau, Mauthausen, Bergen-Belsen

Am 11. April 1945 befreiten US-Soldaten Buchenwald, das größte Konzentrationslager auf deutschem Boden. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich auf dem Ettersberg bei Weimar nur noch 1 000 Gefangene von einst schätzungsweise 250 000. Bis Ende April befreiten die Alliierten die Lager Dora-Mittelbau, Flossenbürg, Dachau, Mauthausen und Bergen-Belsen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs hatten die Nazis sechs Millionen Juden, 500 000 Sinti und Roma, Tausende Kommunisten, Homosexuelle und Menschen mit Behinderungen umgebracht.

Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust

1953 eröffnete Israel in Jerusalem die zentrale Gedenkstätte Yad Vashem – die „Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust“, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert und sie wissenschaftlich dokumentiert.

Im Jahr 2005 wurde ein neuer Museumsbau mit einer umfassenden neuen Ausstellung eröffnet. Sie zeigt Tausende Zeitdokumente und Zeugenaussagen von Überlebenden der Ghettos und der Konzentrationslager. Die Geschichte der Juden in Europa ist in neun Galerien aufgeteilt, in denen ihre Lebens- und Leidensgeschichte während des Holocaust durch Fotos und Ausstellungsstücke dargestellt wird. Auf großen Videowänden berichten Zeugen von ihrem Leben in Europa vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten und von den täglichen Demütigungen während der NS-Herrschaft. Sie berichten von den Deportationen in die Ghettos und Konzentrationslager und vom Völkermord an den europäischen Juden als Teil der “Endlösung”.

Foto © Bernd Lammel

Tagebuchaufzeichnungen, Film- und Tondokumente

In Yad Vashem sind tausende persönliche Gegenstände zu sehen, die in den Ghettos gefunden wurden. Viele Exponate stammen aber auch von überlebenden Juden aus der ganzen Welt. Tagebuchaufzeichnungen, Film- und Tondokumente, persönliche Briefe, Deportationsbefehle und Hunderttausende Fotos, die das Leben vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten und während der NS-Herrschaft und in den Konzentrationslagern zeigen, sind erschütternde Dokumente der Unmenschlichkeit dieses Regimes. In der „Halle der Namen“ wird der Millionen Kinder gedacht, die ihr Leben im Holocaust verloren. 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist die Dimension der Vernichtung immer noch unfassbar. Ein industriell organisierter Völkermord, der in seiner Grausamkeit einzigartig in der Menschheitsgeschichte ist.

Yad Vashem: „Und denen will ich … ein Denkmal (Yad) und einen Namen (Shem) geben; … einen ewigen Namen, der nicht vergehen soll.“
Altes Testament, Buch des Propheten Jesaja, 56,5

„Holocaust“ leitet sich vom griechischen Adjektiv holókauston ab und bedeutet vollständig verbrannt.

Bettina Schellong-Lammel

 

 

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